J.B.O. – Deutsche Vita

Release Date: 13. March 2018

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Ging es die mittlerweile 29 Jahre des Bandbestehens meist internationalen Stücken an den Kragen, so mussten für die „Deutsche Vita“ ausschließlich Hits der neuen deutschen Welle dran glauben.

 

12 verschiedene Lieder und ein Bonustrack bilden das bereits zwölfte Studioalbum der Spaß-Metaler aus dem fränkischen Erlangen. Zu kaufen gibt es die „Deutsche Vita“ selbstverständlich als CD, Digipack, Vinyl und auch als DVD. Auf der DVD findet ihr sage und schreibe 10 verschiedene Liveaufnahmen diverser J.B.O. Hits.

 

Gestartet wird die kleine Zeitreise mit dem Mottogeber des Albums „Alles nur geklaut“, welcher bereits im Februar 2018 als erste Videoauskopplung veröffentlicht wurde. „Das ist alles nur geklaut. Das ist alles gar nicht unser. Das ist alles nur geklaut, gestohlen und gecovert und geraubt, Entschuldigung das haben wir uns erlaubt“ lautet hier der Refrain. Somit steht gleich fest, was da auf uns zu kommt.

 

Weiter geht’s mit einer Abwandlung von Nina Hagen´s „Du hast den Farbfilm vergessen“. Bei J.B.O. wird da recht schnell „Du hast dein Smartphone vergessen“ draus. Eine Melodie mit absolutem Ohrwurmfaktor, dazu einen Songtext der schnell im Ohr bleibt und zum mitsingen animiert. Auch die Story ist erfrischend: Sänger Vito C. vergisst sein Handy Zuhause, wodurch die Band die neuen Stücke nicht proben kann. Das Fatale? Seine Frau, die sich nun genüsslich durch das Handy klickt.Wie es für unseren Vito ausgeht und wie seine Frau auf den Inhalt reagiert, hört ihr am besten selbst…

 

Lediglich erscheint recht deplatziert: „Karneval in Sodom“. Sicherlich mit lustigem Hintergedanken, ähnelt das gut anderthalb Minütige Kurzstück eher einem chaotischen Wirrwarr aus Gitarrenmusik, Bonbonhagel und dem Chor betrunkener Jecken. Vielleicht ist dieser Song auch einfach nur Geschmackssache…

 

J.B.O. unterstützen mit der Interpretation zu „Wickie“ und dem „Lummerlandlied“ die musikalische Früherziehung unserer Nachwuchs-Metalheads. So versetzen Sie zwei der beliebtesten Kinderserien der letzten beiden Jahrzehnte in den gewohnten J.B.O. Klang und bewegen bestimmt auch die kleinsten zum wilden Haare hin und her schütteln.

 

Eine Situation, durch die der ein oder andere bestimmt schon durch musste, muss auch Vito im fünften Titel durchstehen: „Wer ist der Fahrer“ lautet die Antwort der vier Franken auf „Carbonara“ von Spliff.

 

„Blaue Augen“ der Band „Ideal“ wurde ebenfalls gecovert. Ordentlich fetzig gehalten, wird diese Version den ein oder anderen sicherlich mehr ansprechen, als es die ursprüngliche Version tat.

 

„Hurra, Hurra, die Schule brennt“ ist leider nicht von J.B.O. umgetextet worden. Die Gitarren etwas härter gespielt und schon wäre der Song sicherlich charakteristischer geworden. Trotz allem kommt diese Version nah an das Original heran und versetzt den ein oder anderen Hörer bestimmt gedanklich an den Tag zurück, als er das Original das erste mal hörte. Schöne gedankliche Zeitreisen gibt es bei „Deutsche Vita“ also inklusive.

 

Apropos „Deutsche Vita“: Der Titeltrack spricht an, dass das Lebensgefühl hierzulande wirklich nicht so schlecht ist, wie es nach außen hin vielleicht den Ruf hat. Jedenfalls wollen J.B.O. nur sagen, dass wir uns alle mal locker machen und die Vorzüge unseres Landes genießen sollen. Egal, welche in der Vergangenheit begründete Kritik und Vorurteile uns entgegen schlagen.

 

Das Album gipfelt im „Grande Finale“. Hier wird die Selbstzerstörung der Menschheit in der nahen Zukunft thematisiert. Dazu passend trägt der Bonustrack den Titel „Gewiss ist nur der Tod“.

 

Fazit:

Wie immer mit hohen Erwartungen dem Release entgegen gefiebert und auch mit dem zwölften Album schaffen J.B.O. es, alle Erwartungen zu erfüllen. Allerdings fehlt der „deutsche Vita“ der gewohnt übertriebene Blödsinn, wie er auf all den anderen Platten zu finden ist. Benachteiligen tut dies das neue Album aber überhaupt nicht. Stattdessen liegt uns hiermit eine Platte vor, die erwachsener, ausgereifter und erfrischender nicht sein und dem Stile der Band dennoch treu bleiben könnte.

Wir sagen: Gut gemacht, Männer!

– Mel für Rock-Inside –

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