Um 7 Uhr klingelten unsere Wecker, aber ich glaube wir brauchten alle gar keinen Wecker. Wir (Nicci, Pogoluder, MoD und unsere Bekannten aus Hameln sowie der Schweiz) waren alle so aufgeregt, da wir alle schon vor dem ersten Weckton wach waren. Nun hieß es noch eine Kleinigkeit frühstücken, etwas Sport am morgen, schnell unter die Dusche und ein wenig schick machen.

Tickets eingepackt und schon ging die Karawane los. An den Zelten vorbei, die großteils alle noch am schlafen und schnarchen waren, da sie am Freitag bereits schon auf dem Konzert waren. Wir liefen ganz gemütlich vom Campingplatz am Strandbad in Mannheim durch den Wald in Richtung Rheingoldhalle, wovon die Straßenbahn direkt bis zum Hauptbahnhof fuhr. Die Fahrt dorthin war sehr lustig und amüsant.

Am Mannheimer Hauptbahnhof angekommen erledigten wir noch kleine Einkäufe, wie z.B. den Zigarettenvorrat auffüllen und eine Kleinigkeit zum Trinken.

Wir versuchten verzweifelt unseren Magnum zu erreichen, da er ab Mannheim HBF mit uns die Reise zum Hockenheimring antreten wollte. Dies war leider nicht der Fall, da er sein Handy am Freitag nach dem Konzert im Taxi vergessen hatte. So hatten wir nur die Taxizentrale am Ohr, die uns ausrichtete, dass wir dem Inhaber des Handys bitte Bescheid geben sollen, dass er selbst auf dem Handy anruft und danach das Handy dort abholen kann. Na super, dachten wir uns, sehr witzig, wie sollen wir Magnum erreichen, wenn er sein Handy nicht mal hat? Ich kam dann auf die Idee Jörn von den Kneipenterroristen via Facebook anzuschreiben, da er mit ihm und noch zwei weiteren dort war, dies hat auch geklappt. Leider war es schon zu spät, dass Magnum so an den HBF kommt. Also machten wir uns auf den Weg in Richtung Busbahnhof, ca. 400 Meter weitergelegen vom Hauptbahnhof. Wir hatten noch ein wenig Zeit bis der Bus um 11 Uhr ankam. Wir saßen in der Zeit in der Wartehalle und plauderten und alberten ein wenig rum.

Sooooo, nun noch eine rauchen und schon kam dann auch endlich der Bus. Wir nahmen unsere reservierten Plätze ein und schon ging auch die Reise los, nach Hockenheim auch ohne Geld und wenn es sein muss mit nem’ Floß 😉 Im Bus ertönten Onkelz-Lieder und der ganze Bus gröhlte natürlich lauthals mit. Kurz vor der Abfahrt Hockenheim drehte unser Busfahrer um. Es staute sich und er wollte den Stau vermeiden und umfahren. So fuhren wir eine andere Strecke, die direkt zum VIP-Parkplatz ohne Stau führte. Gegen 11:40 Uhr sind wir dort endlich angekommen und sahen auch schon die ersten Nightliner andere anreisenden Bands. Endlich angekommen. Der Busfahrer erklärte uns, wo wir ihn nach dem Konzert finden, teilte uns mit, dass wir die ersten wären und verteilte uns Bändchen. Auf ging es Richtung Eingang, der gerade mal 3 Minuten zu Fuß weg war.

Dort wären wir dann und warteten und warteten unter zick Onkelz-Fans, die etliche Lieder anstimmten und es vor dem Konzert schon ein riesengroßer lauter Chor war. 14 Uhr, die Pforten zur heiligen Hölle öffneten sich und wir befanden uns nachdem wir alle noch ein Hardticket von den Ordner in die Hand gedrückt bekommen haben endlich mal Richtung Motordrom. Angekommen am 2ten Wellenbrecher hatten wir eine super Sicht auf die Bühne.

Was für eine unfuckingfassbar große mega Bühne, die an die Frankfurter Skyline angelehnt war. Unfassbar dieses Ding. Gigantisch mehr fällt dazu einem nicht mehr ein.

Die Sonne knallte unbarmherzig auf einen Nieder, so das wir beschlossen, dem Alkohol ab zu schwören und wir lieber Cola und Wasser getrunken haben. Wir wollten noch das Konzert erleben und hatten eh schon Sonnenbrand durch die Partytage auf dem Campingplatz. Dieses mal gabs auch schöne BO-Becher, die wir gesammelt haben.

Um 17.00h ging es mit der ersten Vorband los. Crowbar, einer Trashmetal-Band aus den USA. Ganz ehrlich, da hab ich nicht hingehört und war froh das es vorbei war, weil es einfach nicht mein Ding ist.

Um kurz nach 18.00h kam dann der Hauptsupporter auf die Bühne. Limp Bizkit. Der Gitarrist Wes Craven mit einem riesen David Hasselhoff-Tattoo, was für die ersten Lacher sorgte. Die Jungs aus Übersee boten einen bunten Mix all ihrer Hits, von denen manche nur angespielt wurden. Die Highlights waren definitiv „Rollin“ und „Take a look around“. Aber alles im allen machten Fred Durst und seine Jungs Party auf der Bühne. Das hat mir dann schon besser gefallen.

Kurz nach 19.00h war „Limp Bizkit“ dann auch zu Ende, und dann hieß es auf BO warten.

Die Anspannung stieg von Sekunde zu Sekunde. So kribbelig war ich schon ewig nicht mehr auf einem Konzert. Um 19.45h setzte die obligatorische BO-Tittenshow ein. Schön das es auch nach fast 10 Jahre beibehalten wurde. Weil es das Zeichen ist, das es bald losgeht.

Um kurz nach 20h kam dann Ben Becker auf die Bühne und legte mit einer biblischen Rede los, dessen Kern daraus bestand Zitate aus der Bibel vorzutragen und dahinter BO-Zitate zu setzen wie „ Nichts ist für die Ewigkeit“ und „Gehasst, verdammt, vergöttert“.

Er leitete auch zur erste Bombe ein, das altbekannte Opener „28“, vorgetragen von der Neuen Philharmonie Frankfurt am Main. Ein Orchester bei einem Onkelz Konzert? Ein Novum, völlig unbekannt bis dahin, eine erste Andeutung das dieser Abend nur bombastisch werden wird. Nach dem Intro kam wieder Ben Becker für einen Kurzen Moment auf die Bühne und Verkündete nur: „Neun Jahre sind vorbei, hier sind sie, hier sind die Onkelz“. Dann gingen Fontänen hoch, und die ersten Akkorde aus Stephan’s Bass erklangen, die Akkorde von „Hier sind die Onkelz“. Ich und wir alle fast hatten feuchte Augen, auf einmal standen sie wirklich vor uns.

Neun Jahre nach Vaya con Tioz, Neun Jahre nach dem vermeintlichen Ende, standen auf einmal die Onkelz vor uns, und rockten los. Ein ergreifender Moment. Ich persönlich hatte niemals geglaubt, das ich nochmal auf ein BO Konzert gehen würde. Und dann rockten sie los, besser als je zuvor. Alle vier mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Eine Pogostaubwolke erhob sich über den Ring, alle rund und ums herum sangen, tanzten, pogten was das Zeug hielt.

Ohne Ansage ging es direkt mit „Mutier mit mir“ weiter, einer Livepremiere. Es war Partytime angesagt. Der Onkelzvirus war wieder da, es war himmlisch. Nach dem Lied kam die erste Ansage des W, ihm kam alles surreal vor, mit feuchten Augen brüllte er ins Mikro „Wir haben euch vermisst, WIR HAM’ EUCH VERDAMMT NOCH MAL VERMISST“, und dann ging es mit dem Klassiker „Finde die Wahrheit“ weiter, ein Meer aus 200.000 Händen beim Refrain bereiteten einen göttlichen Anblick, Wir kamen immer mehr in einen Rausch, so fraß sich dieses Konzert in einen rein. Weiter immer weiter ging es mit „Kinder dieser Zeit“, einem Song aus dem vorerst letzten Studioalbum „Adios“. Die vier Frankfurter rockten sich ebenfalls in einen Rausch auf der Megabühne, wo mit der „Preis des Lebens“ ebenfalls Livepremiere feierte. Ein etwas schweres Lied, das Live doch so viel Power entwickelt, wo ich nicht mit gerechnet habe. Danach folgte die obligatorische Presseschelte. „Nr.1“ einen schönen Gruß an die Blöd Zeitung, die Süddeutsche, den ganzen anderen Schmierblättern und an Thomas Kuban, dem Hetzer „Nr.1“, ja du Würstchen „Ich würde nicht mal auf dich pissen, wenn du brennst“. Nach der Presseschelte folgte die nächste Überraschung, „Koma“ vorgetragen mit Moses Pelham, der dieses Lied ja vor kurzem in seinem Song „für die Ewigkeit“ gecovert hatte. Die erste Zeile sang Kevin, die zweite rappte Moses P.

Moses P. Ein ganz alter Onkelz Fan, sehr gut mit den Jungs befreundet, einer der ersten der sich auf ihre Seite stellte, als es damals rund ging mit dieser unsäglichen Rechts Diskussion. Er ist übrigens selber Ausländer, und kommt aus dem Frankfurter „Problembezirk“ Rödelheim. Na Klingelts? Nach dem Lied ging es weiter mit „Immer auf der Suche“, einem Song über Party und Drogen, einem Thema, das noch zur Sprache kam., bevor es zur nächsten Live Uraufführung kam. „Wenn du wirklich willst“, einem Brechersong vom Viva Los Tioz Album. Live knallt der genauso wie auf dem Album. Danke Jungs für dieses Lied. Ich liebe es nämlich.

Zu dem Nächsten Lied braucht man nicht viel zu sagen „Wir ham noch lange nicht genug“, das hieß einfach nur noch Party, und die nächste Wolke stieg empor.

Jetzt wurds was ernst, Kevin machte ne Ansage, das man die Finger von den Drogen lassen soll, weil es nur zerstört. Kevin wenn ichs einem glaube, dann dir. „Hast du Sehnsucht nach der Nadel“ einem Song von dem düsteren Album „Es ist soweit“, ein Knaller wie die ganze CD.

Nun wurd es etwas schwermütig, Stephan setzte zu einer emotionalen Ansprache an. Er erklärte den Fans warum man sie damals „belogen“ hat, nur um ihren Bruder und Freund Kevin zu schützen. Und das es richtig ist, das die Onkelz zurück sind, weil sie nun sich so präsentieren können, wie Sie sind, vor allem Kevin, und keine Maske hinterlässt, wie es 2005 leider war. Und das „der Himmel warten kann“ auf Kevin.

Ein Highlight des Konzerts, mit Orchester Untermalung, einfach göttlich vorgetragen.

Danach ging es Party mäßig weiter mit „Terpentin“, dem bedarf ja keiner Weiteren Erklärung. Ich sag nur Pogostaubwolke *hust hust.

Weiter gings mit dem Nächsten Klassiker „Nur die besten sterben jung“, Emotionen waren angesagt. Auf den Leinwänden waren weinende Leute zu sehen, in mir kamen auch Emotionen hoch, wem geht’s bei dem Lied nicht so? Es geht einfach durch Mark und Bein.

Ohne Pause wurde der nächste Pogowahnsinn eingeleitet, „Paradies“, eine Heavy Metal Nummer, Knallhart, schnell, Ohne Kompromisse geil.

Danach kam in Erinnerung an den großartigen Künstler H.R. Ginger „Dunkler Ort“, das Video (das erste BO Video übrigens), wurde damals in Gigers Atelier in der Schweiz gedreht. Live wie immer ne Bombe.

Dann ging es zu den Klängen von „Panamericana“ auf die Mittelbühne, die mitten in der Masse stand. Dort ging es dann etwas ruhiger zur Sache. Los ging es dort mit dem Akustik Klassiker „Wieder mal nen´ Tag verschenkt“, Man hörte den Ring lauter als die Band. Ist ja nichts neues bei dem Song. Weiter ging es mit „Ich bin in dir“, dieses Mal in der halb akustischen Original Version vorgetragen.

Jetzt folgte was zum Kuscheln „Bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt“, Ach ja der alte Schmachtfetzen, und wieder wurde es tierisch laut aus dem Publikum.

Der letzte Song auf der Mittelbühne war „Nichts ist für immer da“, einem Highlight, denn niemand hätte gedacht, dass dieser Song Live so eine Kraft entwickelt. So eine Fan Power, der einer der Lautesten Songs an diesem Abend wurde.

Unter den Klängen von „Panamericana“ ging es zurück auf die Hauptbühne, wo der W mit einem Grinsen ans Mikro kam und einfach nur sagte: „Die härteste Firma aus der Stadt, hat euch etwas mitgebracht“, Pogostaubwolke die nächste.

Mit „Macht für den, der sie nicht will“ bekamen die Herrn in Berlin natürlich auch noch ihr Fett weg, einen sehr unterschätzten Song von der „Dopamin“, Live eine Granate.

„Lüge“ brachte die nächste Livepremiere, einen Song von „ein böhses Märchen….“.

Jetzt kamen die Klassiker, und ein Gänsehaut Moment jagte den nächsten.

Los ging es mit „Erinnerung“, dem Lied der Onkelz. Der Hockenheimring verwandelte sich in ein Meer von Bengalischen Feuern, die dem Song eine Majestätische Untermalung gab, ich stand dort, schaute mich um, hatte eine Pelle vom allerfeinsten, es waren erhabenene Momente für die Ewigkeit.

Dann folgte eine kurze Pause, bevor es mit „Feuer“ scheiße heiß wurde. Auf der La Ultima Tour vor 10 Jahren in den Hallen der Republik wurde es bei dieser Nummer schon schweißträchtig, hätte nie gedacht das es bei nem Open Air auch so wird. Aber die Nummer ist halt ein Knaller.

Danach ging Stephan mit einem schmunzeln ans Mirko, diesen Moment hatte er Scherzhaft als wahren Trennungsgrund genannt damals. Zeitgleich spielte ja noch Deutschland gegen Ghana bei der WM in Brasilien. Über das Ergebnis wurden wir natürlich von Stephan informiert.

Dann brüllte er nur noch grinsend ins Mirko : „Was wollt ihr hören? Was wollt ihr hööööööööööööörrrren,“ und alle gröhlten „MEXICCCCOOOOOOOO“ . Der Pogowahnsinn inklusive Megastaubwolke bekam ihren Höhepunkt. Besonders bei der „Stelle zum tanzen“ konnte man die Hand vor Augen nicht mehr sehen, so eine Wolke war das. Am Ende des Liedes ging noch ein Schwarz-Rot-Goldener Konfettiregen auf uns nieder.

„Kirche“ brachte einen meiner Favoriten auf die Bühne. Wie immer brachial das Lied, einfach geil. Und 100.000 grölten „Ich scheiße auf die Kirche, ihren Papst und seinen Segen….“. Es waren epische Momente die sich abspielten. Und das Highlight kam ja noch.

Mit „Auf gute Freunde“ beendete der W sämtlichen Zwist der letzten 9,5 Jahre. Die Hymne der ganzen Szene lies den Ring wirklich erbeben, die Fangesänge müssen noch in Mannheim zu hören gewesen sein, so laut war das. Kevin sang diesen Song mit so einer Inbrunst, und Stephan, Gonzo und Pe hatten einen glücklichen Gesichtsausdruck drauf, der mich auch zum Grinsen gebracht hat. Sie waren glücklich, das sie wieder E.I.N.S. Waren, das sie die Onkelz auferstehen haben lassen, alles dieses merkte man bei der Performance dieses Songs an. Die Fans waren im BO Himmel. Der Spirit lebt wieder (war er jemals weg?).

Aber ein Song kam noch. „Nichts ist für die Ewigkeit“ brachte den Abschluss dieses göttlichen Abends. Zum Abschluss noch mal einen gigantischen Song. Dieser Song brachte live immer eine Partystimmung auf, langsam, schnell, langsam, schnell.

„Nichts ist für die Ewigkeit, aber wir BLEIBEN“ lauteten Stephans Worte. Diese Worte wird kein Onkelz Fan jemals vergessen.

Mit „Baja“ kam das Musikalische Outro des Abends, vor getragen von der neuen Philharmonie Frankfurt.

Drei Stunden Rausch, die viel zu schnell vorbei gingen waren nun vorbei. Und ich, bzw. wir alle waren glücklich ein Teil davon gewesen zu sein.

Die Onkelz sind wieder da, besser als jemals zuvor. Und wir haben sie auch vermisst, oh ja das haben wir.

Wir freuen uns auf weitere „erhabene Momente für die Ewigkeit“ im Jahre 2015.

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